Festornat - ein Hochzeitskleid als Messgewand (um 1750)

In einigen Kirchen Innsbrucks werden kunstvoll gearbeitete Messkleider aufbewahrt, die aus dem Umkreis des österreichischen Kaiserhauses stammen. Sie werden auch als Paramente (von lat. parare mensam = den Tisch bereiten) oder Ornate bezeichnet und bestehen meistens aus mehreren Teilen, damit alle Diensttuenden einer heiligen Messe ein einheitliches, zur jeweiligen Liturgie passendes Gewand tragen konnten.

Die Besonderheit dieser Messkleider besteht darin, dass sie nicht nur Schenkungen an die Kirche darstellen, sondern dass sie aus Stoffen hergestellt wurden, die ursprünglich ganz profanen Zwecken dienten. Z.B. wurden sie aus dem Hochzeitskleid oder dem Morgenrock einer zum Kaiserhaus gehörenden oder ihm nahe stehenden Person zu einer Reihe von liturgischen Gewändern umgearbeitet. Ein solcher Ornat mit auffälligem Blumenmuster geht auf Graf-Enzenbergischen Besitz zurück und setzt sich aus einer Kasel, zwei Dalmatiken, zwei Stolen, zwei Manipeln, einem Kelchvelum und einer Bursa zusammen.


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